kidéal nimmt Stellung

26. Januar 2017

Ständerat will diskutieren, ob Betreuungsangebote mit Bundesgeldern verbilligt werden sollen – Diese Entwicklung begrüsst kidéal sehr

Im Rahmen der Fachkräfteinitiative will der Bundesrat insgesamt 100 Millionen Franken zur Verfügung stellen. Rund 85 Millionen Franken sind für die gezielte Verbilligung der familienergänzenden Kinderbetreuung vorgesehen. Die Unterstützung würde über die Kantone laufen. Jene, die die Subventionen erhöhen, erhalten vom Bund im ersten Jahr 65 Prozent des zusätzlichen Betrags. Im zweiten Jahr sind es noch 35 und im dritten 10 Prozent.

Weitere 15 Millionen Franken möchte der Bundesrat dafür einsetzen, das Betreuungsangebot besser auf die Bedürfnisse der Eltern abzustimmen. Unterstützt werden könnten etwa Angebote über Mittag und während der Ferien oder speziell auf Eltern mit unregelmässigen Arbeitszeiten ausgerichtete Betreuung.
Der Ständerat trat im November vergangenen Jahres mit 24 zu 19 Stimmen bei einer Enthaltung auf die Vorlage ein. Diese ging danach zurück an die Kommission, die dazu nun eine Detailberatung durchführt.

Stellungnahme kidéal
Diese Entwicklung begrüsst kidéal sehr, denn noch immer ist die ausserfamiliäre Betreuung in der Schweiz für viele Familien zu teuer und/oder zu starr, bzw. nicht genügend vorhanden. Viele können sich einen Platz, geschweige denn bei mehreren Kindern Plätze überhaupt nicht leisten.  Oft finden solche Eltern aufgrund z.B. unregelmässiger Arbeit gar keine Kita, bei welcher sie ihre Kinder betreuen lassen können. Das heisst wiederum, dass viel Know-How und Arbeitsleistung in der Schweiz über längere Zeit brach liegt, da mindestens ein Elternteil auf dem Arbeitsmarkt ausfällt. Mit dieser Initiative wird schlussendlich die Motivation der Kanton verstärkt, auf «Bundeskosten» ihren Einwohnern attraktivere Wohn- und Arbeitsmarktbedingungen durch den Ausbau von flexiblen und subventionierten Betreuungsangeboten zu schaffen. Erste Anzeichen, dass dieses Anreizsystem auf Stufe Kanton zu wirken beginnt, zeigen sich in Gesetzen zur ausserfamiliären Betreuung, die in einzelnen Kantonen per 1.1.2017 bereits in Kraft getreten sind.